
Gießen (-). Auf Unverständnis bei der CDU-Stadtverordnetenfraktion stieß die von Landrat Marx geäußerte Kritik am Bau eines modernen Multiplexkinos. „Wir sind der festen Überzeugung, dass der Bau dieses Kinos an der Ostanlage eine Aufwertung des Gießener Kulturlebens darstellt“, so die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Christine Wagener. Ein vielfältiges kulturelles Angebot sei ein wesentlicher Standortfaktor, insbesondere für eine Universitätsstadt wie Gießen. Auch hätten die vielen jungen Menschen in Gießen ein Anrecht auf ein modernes Großkino. Bisher müssten diese nach Marburg oder Frankfurt fahren, um in den Genuss eines modernen Kinoerlebnisses zu kommen, so Wagener.
Nach der Eröffnung der Galerie am Neustädter Tor sieht die CDU-Fraktion den Bau eines Multiplexkinos zusammen mit den Maßnahmen der im Rahmen der 2014 stattfindenden Landesgartenschau als einen wichtigen Schritt für ein modernes und lebenswertes Gießen. „Um Zukunft zu gestalten, müssen Chancen genutzt werden“, ist sich die CDU-Politikerin sicher. Die bloße Erhaltung des Status quo alleine reiche nicht aus, um die Lebensqualität vor Ort zu verbessern.
Die Tatsache, dass auch die Bürger des gesamten Landkreises vom Bau eines Großkinos profitieren werden, sei zu begrüßen. Sie sei sich sicher, so Wagener weiter, dass die beiden Kinos in Lich und in Grünberg auch weiterhin ihr Publikum finden würden. Es sei aber grundlegend falsch, den Menschen in der Stadt und im Landkreis das Erlebnis einer Kinovorführung mit modernster Technologie vorzuenthalten. Die Bürger bräuchten diese Bevormundung seitens der Politik sicherlich nicht.
Es sei zudem befremdlich, dass ein Kreispolitiker versuche, sich in die inneren Angelegenheiten der Stadt einzumischen. Die Gestaltung der Flächen um den Berliner Platz sei immer noch alleine Sache der Stadt. Die Stadtverordnetenversammlung habe im Übrigen auf die Kritik der Bürgerinitiative reagiert und den Magistrat dazu aufgefordert, möglichst schnell über das Kinoprojekt am Berliner Platz zu informieren. Wagener erinnerte daran, dass die Planungen für das Kino schon seit Jahren bekannt gewesen seien. Dass Marx mit seiner Kritik in der für ihn typischen Robin-Hood-Manier erst kurz vor der Realisierung des Projektes an die Öffentlichkeit gehe, lasse doch erhebliche Zweifel an der Seriosität der Äußerungen des SPD-Politikers aufkommen. „Für eine Prise Populismus war sich dieser Landrat ja noch nie zu schade“, so Wagener abschließend.