Langgöns (gge). Dr. Helge Braun bleibt Vorsitzender der CDU Mittelhessen. Beim Parteitag in Langgöns stimmten 50 von 61 Delegierten bei drei Enthaltungen für den Gießener Bundestagsabgeordneten. Auch den vier Stellvertreter/innen Lucia Puttrich, Frank Gotthardt, Klaus-Peter Möller und Jörg-Michael Müller sprach die Versammlung mit großer Mehrheit das Vertrauen aus.
Neuer Schriftführer wurde Reinhard Peter (Pohlheim), die langjährige Amtsinhaberin Ingrid Albert (Laubach) kandidierte nicht mehr. Beisitzer sind Andreas Albert, Birgit Otto, Dr. Sven Simon (Unterbezirk Gießen), Alexander Beer, Heiko Budde, Florian Kämpfer (Lahn-Dill), Stefan Heck, Maria Christina Rost, Dr. Thomas Schäfer (Marburg), sowie Alexander Kartmann, Tobias Utter und Oswin Veith (Wetterau).
In seinem Rechenschaftsbericht beschwor Helge Braun das innere Selbstbewusstsein der CDU zur Bewältigung künftiger Aufgaben im Zeichen der Finanzkrise. In seinem umfangreichen Themenkatalog bekundete er unter anderem den Willen zur transparenten Argumentation gegenüber den Bürgern, forderte noch größere Anstrengungen zur Übernahme von mehr politischer Verantwortung und machte sich für den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur stark. Auch würdigte Braun die »enorme mittelhessische Bildungsdichte« mit den Universitäten in Gießen und Marburg, der Technischen Hochschule oder »Studium plus« in Wetzlar.
Talkrundemit Dr. Meister
und Volker Bouffier
Ein weiterer Schwerpunkt des Parteitages war eine von Braun moderierte Talkrunde mit dem hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier und dem stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der CDU-Bundestagsfraktion Dr. Michael Meister zum Thema »Aus der Schuldenkrise – in ein starkes Europa«.
Der Diplom-Mathematiker Meister gilt in der Union als der Finanzexperte schlechthin. Im Langgönser Bürgerhaus sprach er sich für einen umfassenden Reformkurs in Europa aus. Vor allem forderte er die EU-Staaten zu mehr Haushaltsdisziplin auf und sprach sich für klare Regelungen aus, die alle einzuhalten hätten. Bei Nichtbeachtung müssten automatische Sanktionen greifen.
Freilich dürfe Deutschland nicht auf andere zeigen, habe es doch selbst in den Jahren 2001 bis 2003 in der Schröder/Eichel-Ära eine Deregulierung der Finanzmärkte initiiert und die Maastricht-Verträge unterlaufen. Kanzlerin Angela Merkel und Deutschland müssten angesichts eines engen Zeitfensters ein klares Führungssignal geben, dabei aber die anderen mitnehmen.
»Euro stabiler, als es die D-Mark war«
Ähnlich äußerte sich auch Volker Bouffier, der vor zu viel Hektik warnte. Was jetzt zähle, sei Besonnenheit und die Rückbesinnung auf Qualität und die natürlichen Mechanismen des Marktes, warb er um Vertrauen.
Die Staatsschuldenkrise sei über Jahre gekommen und auch nicht über Nacht zu lösen. Deutschland, das in den USA und im pazifischen Raum als Synonym für Europa gelte, müsse auf dem langen Weg aus der Eurokrise die Führungsrolle übernehmen. Natürlich müssten alle ihre Hausaufgaben machen aber Deutschland müsse dabei den Schwächeren helfen, »weil es selbst am meisten davon hat.« Der Euro sei stabiler, als es die D-Mark war, relativierte der hessische Ministerpräsident überbordende Ängste und Nervosität.
(Quelle: Gießener Allgemeine)
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