Buseck. Oliver Steinbach kandidiert für die Christdemokraten 2015 bei der Wahl für das Bürgermeisteramt in Buseck. Die Mitgliederversammlung der CDU wählte den 34-Jährigen gestern Abend unter der Leitung von Kreisgeschäftsführer Jan-Eric Walb im Café Albert einstimmig (25 Ja von 25 Teilnehmern).

Möglicherweise am 14. Juni sind die Busecker aufgerufen, einen Nachfolger für Erhard Reinl (FW) zu bestimmen, der dann nach 18 Jahren nicht mehr antritt.

Steinbach, Jahrgang 1979, verheiratet und Vater eines Sohnes, absolvierte nach seiner Schulzeit eine Ausbildung zum Steuerfachangestellten und ein Betriebswirtschaftsstudium (bis 2006). Nach Tätigkeiten bei Steuerberatern war er bis 2012 Büroleiter des Dezernats »Schule, Bauen und Gesundheit« beim Landkreis Gießen. Aktuell ist er Abteilungsleiter bei der Kirchner-Solar-Group in Alheim (Nordhessen), seit sieben Jahren Vorsitzender des CDU Buseck und seit 2011 Fraktionsvorsitzender.

Der Parteivorstand habe einstimmig beschlossen, Steinbach den Mitgliedern als Kandidaten vorzuschlagen, sagte der stellvertretende Vorsitzende Heinz Seibert. Steinbachs Lebenslauf zeige, dass über ausreichend Erfahrung verfüge, eine Verwaltung zu führen und in den Griff zu bekommen.

»Mit Menschen kommunizieren« 

Sein Ziel sei, so Steinbach, dass man in sechs Jahren über die Gemeinde sagt: »Buseck mit seinen fünf Ortsteilen ist eine attraktive, lebens- und liebenswerte Gemeinde für alle Generationen. Als Wohnort und Heimat bietet Buseck dafür die notwendige Infrastruktur, um alle Bereiche einer modernen Gemeinde abzudecken.« Allerdings habe er in den vergangenen sieben Jahren sehen müssen, dass viele Chancen ungenutzt geblieben seien.

So habe die Gemeinde noch keine Antwort auf die demografische Entwicklung gefunden: »Wir müssen endlich den Tatsachen ins Auge schauen und die notwendigen Schlüsse daraus ziehen.« Wenn beispielsweise ein Verein einen Raum im ersten Stock nutze, müssten die älteren Mitglieder oder Menschen mit Behinderung diesen auch erreichen können, erinnerte Steinbach an die Diskussion um einen Aufzug in der Brandsburg. Im Argen liege auch die Gewerbeansiedlung, obwohl Buseck aufgrund ihrer hervorragenden Verkehrsanbindung beste Voraussetzungen habe. Eine Betriebserweiterung wie sie jetzt bei Edeka diskutiert werde, müsse Chefsache sein. Das bedeute aber auch, dass der Bürgermeister mit den Unternehmen kommuniziere. Bei Edeka handele es sich sicher um ein schwieriges Verfahren, aber es gebe Möglichkeiten, aus dem FFH-Gebiet rauszukommen. »Es wäre eine Katastrophe, wenn uns ein solches Unternehmen den Rücken kehrt«, mahnte Steinbach. Auch in Bezug auf eine bessere Verkehrsanbindung des Gewerbegebiets Ost sei zu wenig getan worden.

Mehr kommunizieren gelte auch für den Umgang mit den Vereinen und den Ehrenamtlichen: »Sie haben es verdient, dass Verwaltung und Politik mit Ihnen sprechen und nicht über sie. Dass sie vorher gefragt werden, was sie von der Maßnahme halten und nicht hinterher«, sagte Steinbach mit Blick auf die Diskussion um Hallengebühren.

Ein weiterer Punkt, den der CDU-Bewerber ansprach, war die Kinder- und Jugendpolitik: Buseck habe im Bereich der Kinderbetreuung eine hervorragende Infrastruktur und ein Team von Erzieherinnen, die super Arbeit leisteten. Trotzdem gebe es immer wieder Beschwerden und großen Unmut. Steinbach: »Als Bürgermeister muss man mit den Betroffenen sprechen, fragen, wo der Schuh drückt und die Erkenntnisse in die Beratung einfließen lassen. Kommunikation und Organisation müssen hier verbessert werden.« Es dürfe nicht sein, dass ein Elternvertreter berichte, er habe über drei Jahre in Elternbeiratssitzungen noch kein Mitglied des Gemeindevorstands gesehen.

Kommunikation gelte zum Beispiel auch für die Nachtabschaltung. Kreuzungen und neuralgische Punkte müssten nach wie vor beleuchtet sein, forderte Steinbach: »Es gibt durchaus Menschen in unserer Gemeinde, die Ängste und Sorgen haben, wenn beispielsweise die Tochter am Wochenende durch ein stockdunkles Dorf nach Hause läuft. Diese Sorgen müssen ernst genommen und nicht einfach weggewischt werden.«

Als er vor sieben Jahren den Parteivorsitz übernommen habe und auch noch 2009 bei Reinls Wiederwahl, habe er sich noch nicht vorstellen können, für das Bürgermeisteramt in Buseck zu kandidieren. Dieser Entschluss sei eigentlich erst in den vergangenen vier Jahren gereift, nicht zuletzt, weil viele gute Ideen von ihm oder aus der Fraktion an der bestehenden Mehrheit gescheitert seien.

»Können diese Wahl gewinnen« 

Die Chancen für einen Sieg bei der Wahl 2015 schätzt Steinbach als sehr gut ein. Es gebe in Buseck eine beständige Mehrheit für das bürgerliche Lager, und als dessen Kandidat wolle er auch auftreten. Zwar würden die Freien Wähler ebenfalls einen Bewerber stellen, dieser sei jedoch nicht aus der Gemeinde. Erklärtes Etappenziel ist für Steinbach daher die Stichwahl gegen den SPD-Kandidaten Dirk Haas.

Steinbach bedankte sich für das »tolle Ergebnis und das Vertrauen« und kündigte an: »Wir haben in den nächsten 14 Monaten viel Arbeit vor uns, die nicht von einem einzelnen bewältigt werden kann. Wenn wir als Team zusammenhalten, können wir es schaffen. Wir können diese Wahl gewinnen.«

Glückwünsche zur Nominierung gab es für Steinbach auch vom CDU-Kreisvorsitzenden und Staatsminister im Bundeskanzleramt, Dr. Helge Braun. Er lobte den Kandidaten als »jungen Mann mit viel Perspektive und Erfahrung, der als Familienvater auch die Lebenslagen der Menschen kennt. Das ist die beste Voraussetzung, für Buseck ein guter Bürgermeister zu werden«.

Weitere Infos: www.oliver-steinbach.net 

(Quelle: Gießener Allgemeine)

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