Seit Jahren wird über ein Außensportgelände an der Adolf-Reichwein-Schule dis-kutiert. Im März 2016 wurde eine Außensportanlage der Schulgemeinde durch die Schuldezernentin versprochen.

Die Adolf-Reichwein-Schule (ARS) in Pohlheim verfügt aber bis heute über kein Außensportgelände. Der Außensport wird auf dem Schulhof i.d.R. auf Betonpflas-ter durchgeführt. Entsprechende Anlagen örtlicher Sportvereine sind zu weit ent-fernt; zudem brächte eine Nutzung dieser Anlagen derart zeit- und/oder kosten-aufwendige Wege mit sich, dass ein dortiger Sportunterricht nicht sinnvoll wäre.

Bisher wurde die Schule im Jahre 2016 lediglich auf einen Sportstättenbedarfsplan vertröstet, der aber auf sich warten lässt. Zudem ist nicht ersichtlich wann nach diesem zu erstellenden Plan die Schule ein Sportaußengelände erhalten und wie dieses finanziert werden soll.

Vor dem Hintergrund einer Umwelt, die den Kindern und Jugendlichen immer we-niger natürliche Bewegungsanlässe bietet, leistet der Schulsport einen eigenstän-digen und nicht ersetzbaren Beitrag zur Einlösung des ganzheitlichen Bildungs- und Erziehungsauftrags der Schule. Dies bedeutet, dass alle Schülerinnen und Schüler in der Vermittlung bewegungsbezogener Fertigkeiten, Fähigkeiten, Kennt-nisse und Einsichten zum verantwortlichen Umgang mit dem eigenen Körper ge-führt werden sollen, um ihnen einen Weg zu ihrem Sport und zu lebensbegleiten-dem Sporttreiben eröffnen zu können.

Als einziges Bewegungsfach leistet Sport einen spezifischen Beitrag für eine ganzheitliche Persönlichkeitsentwicklung, geprägt durch die Leitidee der individu-ellen Entwicklungsförderung durch Bewegung, Spiel und Sport sowie der Er-schließung der Bewegungs-, Spiel- und Sportkultur.
Schulsport ist mehr als Sportunterricht. Mit seinen vielfältigen Bezügen zu anderen Bereichen des schulischen Lernens stellt er über den Fachunterricht hinaus ein wesentliches Element der Ausgestaltung eines der Gesundheit förderlichen und attraktiven Schullebens dar.

Dabei umfasst der Sportunterricht nicht nur den Hallensport, sondern ebenfalls die Bereiche der Leichtathletik. Neben vielen Wettbewerben sind hier explizit die Bundesjugendspiele zu nennen. Hinzu kommt, dass in den „Lehrplänen Sport“ aller Jahrgangsstufen Leichtathletik ebenfalls benannt ist.

Es ist die originäre Aufgabe des Schulträgers, die infrastrukturellen Voraussetzungen zu schaffen, damit die Vorgaben der Lehrpläne und Kerncurricula eingehalten und umgesetzt
werden können.
Die Möglichkeit, im Rahmen des schulischen Sportunterrichts im Freien für die Bundesjugendspiele trainieren zu können, beinhaltet auch wichtige soziale Aspekte. Ohne entsprechendes Training und Vorbereitung im Sportunterricht – da die Möglichkeiten bislang nicht vorhanden waren – zeigte sich bei den Bundesjugendspielen der ARS in den vergangenen Jahren, dass Schülerinnen und Schüler, die ohnehin Sport im Verein betrieben, erfolgreich abschnitten, während ein Großteil der übrigen Schülerinnen und Schüler hier keine sportlichen Erfolge erzielen konnte.
Aufgrund des Fehlens einer geeigneten Außensportanlage haben die Bundesjugendspiele an der ARS in den letzten Jahren nicht stattfinden können.
Die Adolf-Reichwein-Schule ist nicht in der Lage, Sportangebote aus dem Bereich Leichtathletik wahrzunehmen. Ihr fehlt dafür eine Außensportanlage, die es ermöglicht, neben Laufen und Weitsprung auch Ballsportarten in kleinem Umfang für die Schülerinnen und Schüler anbieten zu können.
Die ARS drängt seit mehr als 9 Jahren auf eine Außensportanlage und hat dies wiederholt beantragt. Es kam zu vielen Gesprächen in unterschiedlicher Beset-zung. Bisher führten die Anfragen der ARS hinsichtlich einer kleinen Außensport-anlage beim Schulträger jedoch zu keinen konkreten Ergebnissen.

Es ist aber die gesetzliche Pflicht des Landkreises als Schulträger, die institutionellen und materiellen Gegebenheiten zu schaffen, damit jeglicher Unterricht, gerade auch Sportunterricht, an unseren Schulen, stattfinden kann. Die Schaffung sportlicher Möglichkeiten für Kinder und Jugendliche, gerade in den Schulen, muss unser gemeinsames Interesse sein, abseits politischer Überlegungen.

Notwendige Investitionsmittel waren lt. Presseaussagen der Hauptamtlichen Ers-ten Beigeordneten aus dem Jahre 2016 bereits im Haushalt vorhanden.

Um aber die Finanzierung abschließend sicher zu stellen, werden jetzt für diesen Zweck Mittel aus dem neuen Programm „KIP macht Schule“ in Anspruch genom-men. Hiernach stehen dem Landkreis Gießen als Schulträger insgesamt 16.388.651 € zur Förderung der Schulinfrastruktur zur Verfügung.
Der Kreis als Schulträger muss die Kosten des Baus der genannten Maßnahmen allerdings nicht alleine tragen. Mit der Stadt Pohlheim sind deswegen Gespräche über eine Mitfinanzierung zu führen.

Den Antrag der CDU-Fraktion finden Sie anbei.

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Zugeordnete Dokumente

Antrag zur Außensportanlage an der Adolf-Reichwein-Schule

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Tobias Breidenbach

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