Der 39-jährige Gießener Bundestagsabgeordnete und Parlamentarische Staatssekretär Dr. Helge Braun ist erneut für zwei Jahre zum Vorsitzenden des CDU Kreisverbandes Gießen gewählt worden. Auf der Mitgliederversammlung in Allendorf Lumda stimmten 93% der Anwesenden für Braun. Zuvor hatte dieser in einer 45-minütigen Rede einen breiten Bogen von der Bundes- über die Landespolitik bis hin zu den kommunalen Themen geschlagen.

Anhand zahlreicher Beispiele machte Braun deutlich, dass Deutschland es derzeit so gut gehe, wie nie zuvor. Die niedrigste Arbeitslosigkeit, höchste Beschäftigungsquote, gefüllte Kassen bei den Sozialversicherungen und gute Bildungschancen seien Grund zur Dankbarkeit, so Braun. In vielen anderen Ländern auch innerhalb Europas sei der Wohlstand bei weitem nicht so groß, wie hierzulande.

Gleichzeitig zeigte Braun Verständnis, dass die Bürger angesichts der Europäischen Staatsschuldenkrise Sorge um den erreichten Wohlstand hätten. Doch die Bundeskanzlerin Angela Merkel habe gegen Widerstände national und international die Krise hervorragend gemeistert. Jetzt sei es die Aufgabe aller staatlichen

Ebenen, die ewige Schuldenspirale zu durchbrechen und langfristig solide Haushalte zu beschließen. Daher sei auch der "Schutzschirm für die Kommunen" in Hessen ein wichtiges Signal der Landesregierung unter Ministerpräsident Volker Bouffier. Der Landkreis Gießen müsse nun ein Konsolidierungskonzept vorlegen, um im Gegenzug 34% seiner Schulden, das entspräche 89 Mio. Euro, abgeben zu können. Braun bezeichnete dies als "historische Chance" und kritisierte die abwartende Haltung der verantwortlichen Kreispolitiker von SPD, FW und Grünen. Die Aufblähung des Personals in der Kreisverwaltung, die zunehmende Verschuldung und der Versuch, externe private Dienstleistungen wieder indirekt in die Kreisverwaltung zu integrieren, sei ein Weg in die völlig falsche Richtung, rief Braun unter dem Applaus der Anwesenden.

Als zentrale Aufgabe aller politischen Ebenen bezeichnete Braun die Energiewende. Für die CDU sei das kein "emotionales Öko-Projekt" sondern sowohl aus dem christlichen Grundverständnis heraus, die anvertraute Erde zu bewahren als auch aus dem ökonomischen Zwang knapper werdender Ressourcen sei die Energiewende teil einer Strategie der Union, zukünftiges wirtschaftliches Wachstum ohne exzessiven Verbrauch natürlicher Lebensgrundlagen dzu organisieren. Deshalb sei die Energiewende auch ein großes Wachstums- und Innovationsprogramm. Dass die grüne Kreisbeigeordnete in ihrem ersten Amtsjahr, statt wie zuvor unter CDU-Regierung bereits vorbereitet, in großem Stile Photovoltaik auf Schulgebäuden im Landkreis zu installieren, zu einem Zeitpunkt, wo die Renditen auf historischem Höchststand waren, im wesentlichen nichts in Hinblick auf die Energiewende erreicht habe, mache ihn fassungslos. Er erwarte von der Kreisregierung, dass sie nicht schöne Ziele formuliere, welchen Anteil erneuerbarer Energien sie im Jahr 2030 erreichen wollen. Vielmehr fordere er die Verantwortlichen auf, einmal Farbe zu bekennen, was sie in der aktuellen Wahlperiode erreichen wollen, damit man am Ende der Amtszeit Bilanz ziehen könne, so Braun.

Auch ging Braun auf die Situation am Uniklinikum ein. Er kritisierte die angekündigten Stellenkürzungen scharf und bekundete seine Solidarität mit den Mitarbeiten, die bis 2009 und gefühlt bis heute seine Kollegen seien, so Braun, der als Arzt dort bis zur Ernennung als Staatssekretär gearbeitet hatte.

Bei den anschließenden Wahlen des weiteren Vorstandes wurden Anja Sames-Postel (Pohlheim), Christel Gontrum (Hungen), Norbert Arnold (Linden) und Klaus Peter Möller (Gießen) zu stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. Andrea Walker (Wetteberg) ist neue Schriftführerin, Reinhard Peter (Pohlheim) Schatzmeister. Ausgeschieden und mit einem herzlichen Applaus verabschiedet aus dem geschäftsführenden Vorstand wurden Ingrid Albert (Laubach) und Andreas Abert (Lich).

Ferner gehören dem Vorstand als Beisitzer an: Gregor Gorecki, Isabel Domicke, Dr. Sven Simon, Monique Schmidt, Marcel Schlosser, Nicole Ofer, Martin Schlicksupp, Julia Sator, Christopher Lipp, Jennifer Wiens, Matthias Klose, Randy Uelmann.

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