Warum kommen Flüchtlinge nach Deutschland? Was sind ihre Erwartungen an das Leben hier? Um authentische Antworten auf diese Fragen zu bekommen, hatte der Evangelische Arbeitskreis der CDU am 25. Januar zu einem Gesprächsabend mit jungen Flüchtlingen ins Konrad-Adenauer-Haus, Gießen, eingeladen, zu dem rund 25 Teilnehmer erschienen waren. Pfr. Dr. Dieter Lindheimer moderierte das Gespräch mit den jugendlichen Sprachschülern, die aus Afghanistan und dem Iran über das Mittelmeer in Schlauchbooten und Griechenland nach Deutschland geflohen waren. Deutlich wurde an diesen Einzelschicksalen: Dass Teenager und Jugendliche Heimat, Familie und den gewohnten Sprach- und Kulturraum für eine ungewisse Zukunft verlassen, hat vornehmlich mit der Gefahr für Leib und Leben im Herkunftsland zu tun. Etwa, dass in Afghanistan Taliban Dörfer heimsuchen und 16-18-jährige Teenager vor die Alternative stellen, sich ihnen als Kämpfer anzuschließen oder getötet zu werden. Oder dass wegen eines - nach westlichen Maßstäben: harmlosen - kurzen Dokumentarfilms über das Los von Flüchtlingen im Iran (der auch gezeigt wird) ein jugendlicher Interviewpartner des Films vom iranischen Geheimdienst mit Gefängnis und Folter bedroht wird und von einem Tag auf den andern fliehen muss. „Ich habe in Deutschland die Freiheit gesucht“, sagt er. „Damit haben Sie das gleiche Thema wie unser Herr Bundespräsident: Freiheit“, kommentiert ein Teilnehmer. Was die jungen Leute durchgemacht haben, erinnert Teilnehmer immer wieder an die Situation von Menschen in der DDR – nur ist alles noch bedrohlicher. Das Leben in einer Flüchtlingsunterkunft mit dreißig anderen Migranten und die Mühen des Deutschlernens nehmen sie gerne in Kauf für die Möglichkeit eines Lebens in Freiheit, beteuern die Jugendlichen. Nach zwei Stunden dankt EAK-Vorsitzender Prof. Helge Stadelmann den Gästen für die sehr persönlichen Einblicke in ihr Leben und äußert einen Wunsch: „Wir brauchen dringend, dass unsere Bürger ins direkte Gespräch mit Flüchtlingen kommen. Das schützt vor ignoranter Fremdenfeindlichkeit und ist der Boden, auf dem Mitmenschlichkeit wächst!“

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