EUROPAWAHLKAMPF CDU-Spitzenkandidat David McAllister gestern Abend in Kongresshalle

GIESSEN. „Jetzt gilt‘s. In zehn Tagen ist es so weit, und ich freue mich, dass der CDU-Spitzenkandidat für die Europawahl David McAllister heute hier ist“, so begrüßte der CDU-Kreisvorsitzende Dr. Helge Braun gestern Abend den Gast aus Niedersachsen. Und mit ihm auch den hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier, die beiden hessischen Europakandidaten Thomas Mann (Listenplatz 1) und Dr. Sven Simon aus Buseck (Listenplatz 4) in der Kongresshalle.

Auf europäischer Bühne kann der ehemalige Ministerpräsident von Niedersachsen mit seiner Herkunft bestens für sich werben: Vater Schotte, Mutter Deutsche, ist McAllister ein echter Europäer. Der 43-Jährige verdeutliche, dass mit der Wahl am 25. Mai die Weichen für das Europa von morgen gestellt würden. Um dazu seinen Beitrag zu leisten, habe er sein Landtagsmandat in Niedersachsen niedergelegt. McAllister erwartet bei der Europawahl ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Die EVP, der europäische Verbund der christlichen und konservativen Parteien, benötige eine Mehrheit, weil in Europa wichtige Entscheidungen anstünden. Es gehe dabei um eine doppelte Richtungsentscheidung: Wie stark werden diejenigen Fraktionen, die diese Europäische Union nicht wollten? Es müsse deutlich gemacht werden, dass die europäische Einigung viele Vorteile gebracht habe. Diese EU sei die einzige richtige Lehre aus den fatalen Fehlern des 19. und 20. Jahrhunderts. „Wir sind die deutsche Europapartei, die Partei Adenauers, Kohls und Merkels. Es ist für uns Pflicht, an einem weiter vereinten Europa mitzuarbeiten.“ Die europäische Einigung sei und bleibe ein faszinierendes Projekt – weltweit einmalig – mit vielen konkreten Vorteilen für die Menschen im Alltag.

Es gehe bei der Wahl um ein stabiles Europa, eine bessere Zusammenarbeit in der Außen- und Sicherheitspolitik und darum, in der Eurozone die Wirtschaftspolitik besser zu positionieren. Weiterhin gehe es um einen starken Euro und eine Regelung für die Flüchtlingsströme und um ein starkes Europa für den Kampf gegen den internationalen Terrorismus. Dies seien Felder, die die 28 Mitgliedsstaaten nicht mehr alleine bewältigen könnten. Allerdings warnte er auch vor weiteren Maßregelungen. „Verzettelt euch nicht in bürokratischem Klein-Klein, das wollen die Menschen nicht.“ Einer Schuldenvergemeinschaftung trat McAllister entschieden entgegen. Weitere Mitgliedsstaaten dürfe es in den nächsten fünf Jahren nicht geben. „Wer Twitter verbietet, hat nichts in der EU zu suchen“, machte er deutlich, dass aus seiner Sicht eine Türkei-Mitgliedschaft die EU wirtschaftlich und politisch überfordern würde. Seine Rede schloss der Jurist mit einer Passage, die er immer wieder gerne anführt, wenn von einem vereinten Europa die Rede ist, nämlich wie der Vater James, ein britischer Soldat im Zweiten Weltkrieg, beim Gelöbnis seines Sohnes bei der Bundeswehr geweint habe. Auch Volker Bouffier stellte nochmals klar, dass es knapp werde bei der Wahl und McAllister nicht nur ein hochkundiger Mann sei, sondern auch eine Botschaft und eine Mission habe.

Zu Beginn hatte Thomas Mann die Plakatkampagne der CDU mit Angela Merkel verteidigt und unterstrichen, dass diese wie keine andere ein Europa der Besonnenheit und Gemeinsamkeit vertrete, bei dem keiner unter den Tisch gekehrt werde.

(Quelle: Gießener Anzeiger)

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