Politik kann ganz schön anstrengend sein. Am Ende eines langen Vormittags hatten die Schüler am Freitag nur noch eine Handvoll Fragen, die »aktuelle Stunde« mit Kanzleramtsminister Helge Braun war schneller als erwartet vorbei.

Fünf Stunden lang hatten die über 100 Neunt- und Zwölftklässler der Anne-Frank-Schule aus Linden, der Gesamtschule Hungen, der Liebigschule, sowie der Gesamtschule Gießen-Ost zuvor beim vom Büro des Gießener CDU-Bundestagsabgeordneten organisierten Planspiels »Deutscher Bundestag – Politik im Blick« das Hauptgebäude der Universität quasi ins Reichstagsgebäude verwandelt.
Dort tagten nach der Begrüßung durch Uni-Präsident Prof. Joybrato Mukherjee Ausschüsse und Fraktionen, die jungen Männer und Frauen wählten »Alterspräsidenten«, konstituierten ein Parlament, bearbeiteten Gesetzesentwürfe, diskutierten miteinander und fassten schließlich Beschlüsse. »Es hat viel Spaß gemacht mitzuerleben, wie engagiert und interessiert die Schüler waren«, sagte Braun. Er sei stolz, »so viele Verhandlungstalente im Wahlkreis zu haben«.
Als »Spielthemen« beschäftigten sich die Schüler mit Datenschutz und dem fiktiven Fall der Neuaufnahme eines weiteren Landes in die Europäische Union, über die entschieden werden musste. Das Planspiel simuliert den Weg der Gesetzgebung und gewährt Einblicke in die Arbeit eines Parlamentariers. Komplexe Planungs-, Verhandlungs- und Entscheidungsprozesse werden in Fraktionssitzungen und Ausschusssitzungen nachvollzogen und orientieren sich dabei so weit wie möglich an der politischen Realität im Deutschen Bundestag.
Die Schüler lernten ihre eigenen Interessen durchzusetzen, zugleich aber die legitimen Interessen anderer Akteurinnen und Akteure zu berücksichtigen. »Sie haben sich in die komplexen Themen und die Abläufe des Deutschen Bundestages hervorragend eingefunden«, lobte Braun auch den fairen Umgang miteinander.
Das Planspiel »Bundestag« wird normalerweise vom Besucherdienst des Parlaments in Berlin angeboten. Braun hatte es erneut auf Anregung eines Lehrers nach Gießen ins Uni-Hauptgebäude geholt.
(Quelle: Gießener Allgemeine)

Vorheriger Beitrag Nächster Beitrag