Hoch­was­ser in der Ur­laubs­zeit trifft die Boots­ver­lei­her an der Lahn im­mer hart: Ab der Mar­ke von 3,60 Me­tern am Pe­gel Leun ist der Fluss ge­sperrt und Boo­te dür­fen nicht mehr ins Was­ser. Schlecht fürs Ge­schäft. Zu Be­ginn der Wo­che war das der Fall. Bis auf 5,19 Me­ter stieg der Was­ser­stand dort am Mon­tag. Als dann am Diens­tag in Leun das Was­ser wie­der un­ter 3,60 fiel, half das aber auch nur ab Gie­ßen: Ober­halb am Bu­de­rus­wehr in Lol­lar war we­gen star­ken Was­ser­ab­flus­ses ein Pas­sie­ren der dor­ti­gen Was­ser­kraft­werk-Bau­stel­le nicht mög­lich. Boo­te konn­ten nicht um­ge­setzt wer­den. Da­rauf mach­te der Bau­herr Dr. Ro­nald Stein­hoff auf­merk­sam. Das künf­ti­ge Kraft­werk selbst, das im Spät­herbst den Be­trieb auf­neh­men soll, ist üb­ri­gens durch das Hoch­was­ser nicht in Mit­lei­den­schaft ge­zo­gen wor­den.

Un­ter­des­sen setzt sich der Stress-Som­mer für die Land­wir­te fort. Da gilt zwar der Grund­satz: Rein in die Kar­tof­feln, raus aus den Kar­tof­feln. Es geht aber mehr um Ober­ir­di­sches: Durch den stän­di­gen Wech­sel zwi­schen Re­gen­güs­sen und som­mer­li­chen Son­nen­wet­ter wird die Ge­trei­deern­te für die Bau­ern zum Glücks­spiel. Und die täg­li­che Fra­ge lau­tet: Reicht es heu­te für ei­nen Mäh­dre­scher-Ein­satz oder wird es mit der näch­sten Re­gen­wol­ke wie­der zu nass? Schließ­lich muss die Ern­te mög­lichst tro­cken ein­ge­fah­ren wer­den. Und die Zeit läuft. Das Ge­trei­de wird nicht bes­ser..

Nicht ent­rin­nen kön­nen Bür­ger und Jour­na­lis­ten der At­mo­sphä­re der her­an­na­hen­den Bun­des­tags­wahl. Beim Lin­de­ner Stadt­fest war es of­fen­sicht­lich, als sich die bei­den hei­mi­schen Par­tei­vor­sit­zen­den Prof. Dr. Hel­ge Braun (CDU) und Mat­thi­as Kör­ner (SPD) zu­fäl­lig be­geg­ne­ten. So ganz zu­fäl­lig war die Be­geg­nung denn doch nicht, denn die­se zeigt auch sog­leich, da kommt noch was. Ja rich­tig, schon am 24. Sep­tem­ber ist der Wahl­tag, und bei­de be­wer­ben sich um das Di­rekt­man­dat im hei­mi­schen Wahl­kreis Gie­ßen 173. Ei­ne Be­geg­nung, die es al­so in den näch­sten Wo­chen bei zahl­rei­chen Ter­mi­nen bis zum 24. Sep­tem­ber so „rein zu­fäl­lig“ noch öf­ters ge­ben wird. Der Wahl­kampf geht da­bei mit der kom­men­den Wo­che end­gül­tig in sei­ne hei­ße Pha­se. Die Zahl der Pla­ka­te wird noch zu­neh­men und die der Po­li­ti­ker­be­su­che auch. Zahl­rei­che pro­mi­nen­te Bun­des­po­li­ti­ker ha­ben sich im Land­kreis Gie­ßen an­ge­kün­digt, so­dass die Her­ren Braun und Kör­ner in ih­rem Wer­ben um die Wäh­ler­stim­men wahr­lich nicht al­lein blei­ben.

Und dann wa­ren die­se Wo­che auch noch Ein­schu­lun­gen. Als Ver­tre­ter der Ge­mein­de Lang-Göns wohn­te der Vor­sit­zen­de der Ge­mein­de­ver­tre­tung, der Ober­klee­ner und in Clee­berg le­ben­de Mar­tin Ha­ni­ka der Ein­schu­lungs­fei­er der Klee­blatt­grund­schu­le in der Wei­dig-Sport­hal­le Ober­kleen bei und ver­teil­te die von der Ge­mein­de ge­spon­ser­ten gro­ßen Bre­zeln ge­mein­sam mit Schul­lei­te­rin Clau­dia Za­bo­row­ski an die Erst­kläss­ler.

Be­sorg­te An­ru­fe in zweis­tel­li­ger Zahl hat­te ich als Ver­tre­ter von Die­ter Lem­mer am Diens­tag. Ei­ni­ge ha­ben ver­mu­tet, der Res­sort­lei­ter der Land­re­dak­ti­on sei plötz­lich schwer er­krankt. Aber dem ist nichts so. Er hat sich in Ur­laub be­ge­ben. In ei­nen sehr lan­gen Ur­laub, an des­sen En­de wohl der Ru­hes­tand steht. So ist das, wenn man fast 40 Jah­re lang Ver­ant­wor­tung trägt und die Frei­zeit­an­sprü­che, die sich aus Son­der­tä­tig­kei­ten er­ge­ben, nicht im­mer so­fort rea­li­sie­ren kann, da­mit hier­bei erst­mal die Mit­ar­bei­ter zu ih­rem Recht kom­men, für die man Ver­ant­wor­tung trägt. Wie gut es Die­ter Lem­mer geht, weiß der, der ge­ra­de sei­ne Ar­beit mit­ma­chen muss, si­cher­lich am be­sten. Und in die­ser Ei­gen­schaft ge­hen mei­ne be­sten Ur­laubs­grü­ße zu Die­ter Lem­mer nach Treis.

Al­len Le­sern ein schö­nes Wo­che­nen­de..

Gießener Anzeiger

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