Mahnende Worte von Paul Ziemiak, dem neuen, jungen Generalsekretär der CDU, beim Neujahrsempfang der Kreis-CDU: Die Partei müsse ihrer christlichen Wertebasis treu bleiben.

Eine hellblaue Krawatte. Auf die sollten Menschen im Kreis Gießen achten, wenn Paul Ziemiak das nächste Mal in einer TV-Talkshow sitzt. Denn diesen Binder hat der junge CDU-Generalsekretär beim Neujahrsempfang des CDU-Kreisverbands geschenkt bekommen, zur Erinnerung an seinen Besuch im Wahlkreis von Helge Braun.

Die Krawatte für besondere Gäste hat Tradition: Der frühere Verkehrsminister Alexander Dobrindt hat schon eine bekommen, Ex-Innenminister Lothar de Maizière, Ministerpräsident Volker Bouffier – und auch einer der Vorgänger von Ziemiak als »General«: Dr. Peter Tauber wurde mit einem schwarz-grünen Schlips beschenkt, als er im Januar 2014 die CDU im Gießener Land besuchte.

Unterschiede zu anderen Volksparteien deutlich machen

Ziemiak, der erst vor acht Wochen zum Generalsekretär gewählte Bundesvorsitzende der Jungen Union, definiert seine Rolle im Führungsteam der ebenfalls neuen Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer »als Sprachrohr der Partei«. Um eben den Menschen wieder zu erklären: »Wofür steht die CDU?« So verspricht er es den Besuchern des Neujahrsempfangs am Freitagabend im Kulturzentrum Buseck.

Mit Blick auf das neue Grundsatzprogramm – im ersten Halbjahr 2019 sollen dessen Leitfragen in allen Gliederungen der Partei debattiert werden – erinnerte Ziemiak an das Wertefundament der CDU: Das leite sich von einem christlichen Menschenbild her und nicht von der Frage, wie Gesellschaft zu funktionieren habe. Dies unterscheide die Union von den anderen Volksparteien, und insofern zeigte sich Ziemiak optimistisch, dass die CDU als Volkspartei sehr wohl eine Zukunft habe.

In einer halbstündigen Rede gab der 33-Jährige einen »feurigen General«, schmunzelte CDU-Kreisvorsitzender Helge Braun. Wobei Ziemiak ganz artig das Lob an den Gastgeber des Neujahrsempfangs zurückgab, Brauns Arbeit in Berlin in höchsten Tönen lobte und sich für dessen Ruhe und Gelassenheit sowie die große Hilfsbereitschaft bedankte: »Wir kennen seine Kompetenz als Kanzleramtsminister., als Problemlöser bei besonderen Aufgaben«.

Zuvor hatte der CDU-Kreisvorsitzende in einem kurzen Rückblick von einem aufregenden Jahr gesprochen und davor gewarnt, die Situation im Land schlechtzureden. Er sei immer wieder irritiert, wenn in den Medien der Eindruck erweckt werde, es würde in Deutschland nichts mehr funktionieren. »Doch – es funktioniert!«

Braun hofft auf Stärkung des europäischen Gedankens

Mit Blick auf die Wahl am 26. Mai meinte Braun, es werde zu oft davon gesprochen, was uns »Europa« koste. Und zu wenig dargelegt, was die EU zum wirtschaftlichen Wohlstand Deutschlands als Exportnation beigetragen hat. Insofern wünschte er sich als Ergebnis der Wahl ein gestärktes vereinigtes Europa. Braun vergaß nicht, Prof. Sven Simon der ausdrücklichen Unterstützung des Kreisverbands zu versichern. Der junge Jurist für Europarecht an der Uni Marburg soll am kommenden Samstag im Rahmen eines Landesparteitags in Alsfeld zum hessischen Spitzenkandidaten der CDU für die Europa-Wahl nominiert werden: »Wir haben hier jemanden, der Europa auch von der akademischen Seite her kennt. Seine Verbindung von Jugend und Erfahrung ist kaum zu toppen«, sagte Braun.

Schon jetzt richtet der Kreisvorsitzende seinen Blick auf die Kommunalwahl 2021. Die CDU werde sehr früh damit beginnen, programmatisch zu arbeiten und die Menschen zu fragen: Was muss sich hier bei uns vor Ort ändern? Worauf kommt es in unserer Heimat an? Aus diesem Prozess heraus solle ein bürger- und zugleich praxisnahes Programm entstehen.

(Quelle: Gießener Allgemeine)

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