Die CDU-Fraktion im Kreistag zeigt sich verärgert darüber, dass zum Schulbeginn nach den Weihnachtsferien im Landkreis Gießen aufgrund massiver technischer Probleme mit dem vom Landkreis genutzten Schulverwaltungssystem IServ und eines Serverausfalls der Distanz-Unterricht an den Schulen nicht oder nur sehr eingeschränkt möglich war.

Für die CDU-Fraktion erklärt Fraktionsmitglied Christopher Lipp: „Wir nehmen die Hilferufe und die Verärgerung von Lehrkräften, Eltern sowie der Schülerinnen und Schüler sehr ernst und bedauern den missglückten Schulstart nach den Weihnachtsferien im Landkreis Gießen. Die Schulen waren faktisch lahmgelegt und ein Distanz-Unterricht nicht möglich. Obwohl Schuldezernentin Dr. Schmahl eine schnelle Behebung des Problems zugesichert hat, gibt es offenbar weiterhin massive Probleme mit dem System IServ im Landkreis Gießen. Ein reibungsloser Distanzunterricht ist deshalb kaum möglich, was sowohl für Lehrerinnen und Lehrer als auch für alle Schülerinnen und Schüler ein untragbarer Zustand ist. Der Landkreis Gießen hatte seit dem ersten Lockdown monatelang Zeit, die Schulen technisch in die Lage zu versetzen, um einen geregelten Distanz-Unterricht zu ermöglichen. Leider wurde hier offenbar auf ganzer Linie versagt. Man hätte vorausschauend planen und die Serverkapazitäten erweitern müssen, um die Schulen gut auf den Schulstart vorzubereiten. Wir erwarten, dass die Schuldezernentin nun schnell reagiert, damit alle Schülerinnen und Schüler im Landkreis Gießen wieder am Distanz-Unterricht teilnehmen können. Es darf nicht sein, dass die Schülerinnen und Schüler bis Klassenstufe sechs letztlich gezwungen sind, am Präsenzunterricht teilzunehmen und sich damit einem erhöhten Risiko einer Corona-Infektion auszusetzen, nur weil die Schuldezernentin mit der Bereitstellung der technischen Voraussetzungen für den Distanz-Unterricht überfordert ist.“

Während der Landkreis Gießen das kostenpflichtige Schulverwaltungssystem IServ nutzt, setzen in Hessen rund 90 Prozent der weiterführenden Schulen und rund 50 Prozent der Grund- und Förderschulen auf das kostenlos durch das Land Hessen zur Verfügung gestellte Schulportal Hessen, das vergleichbare Funktionen bereithält. Im Gegensatz zum Landkreis Gießen kam es bei den Nutzern des Schulportals dank vorausschauender Planung und massiver Erweiterung der technischen Kapazitäten durch das Hessische Kultusministerium zu keinen nennenswerten technischen Problemen zum Schulstart.

„Wenn der Distanz-Unterricht fast in ganz Hessen reibungslos funktioniert, muss dies auch bei uns vor Ort im Landkreis Gießen möglich sein. In enger Abstimmung mit den Schulen sowie mit den Eltern und den Schülerinnen und Schülern müssen wir grundlegend an einer Digitalisierungsstrategie für die Schulen arbeiten, damit die Schulen im Landkreis Gießen endlich Vorreiter bei der Digitalisierung werden und nicht mehr durch technische Pannen lahmgelegt sind. Hierzu zählt neben einer dringend erforderlichen Optimierung des Schulverwaltungssystems, die Verbesserung der digitalen Schulinfrastruktur etwa in Bezug auf ausreichend digitale Endgeräte für alle Schülerinnen und Schüler sowie einen Glasfaseranschluss für alle Schulen und eine stabile Internetverbindung in jedem Klassenraum. Wir brauchen auch eine Ausweitung des technischen Supports für die Schulen im Landkreis Gießen. Insgesamt sehen wir noch großen Aufholbedarf bei der Digitalisierung der Schulen in unserem Landkreis.“, so Lipp abschließend.

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