Im Jahr 2018 hatte der Kreistag beschlossen, befristet auf zwei Jahre, auf die Erhebung von Gebühren für Trichinenuntersuchungen von Haarwild bei Probenentnahme durch beauftragte Jagdausübungsberechtigte zu verzichten. Die bisherige Regelung läuft zum 20. Juni 2020 aus.
Der umweltpolitische Sprecher der CDU-Kreistagsfraktion, Christopher Lipp, erklärt hierzu: „Durch die Verlängerung der Aussetzung der Gebührenerhebung für die Trichinenuntersuchungen von Haarwild um weitere zwei Jahre wird für die Jägerinnen und Jäger ein Anreiz geschaffen, Schwarzwild im Landkreis Gießen verstärkt zu bejagen. Da die Verbreitung der Afrikanischen Schweinepest durch hohe Schwarzwildbestände begünstigt wird, zählt die Reduzierung der Schwarzwildbestände zu einer der wichtigsten und wirksamsten präventiven Maßnahmen zur Abwehr der Afrikanischen Schweinepest. Die Erreger wurden bei Wildschweinen nur noch wenige Kilometer vor der deutschen Grenze festgestellt, sodass die Bedrohung durch diese Tierseuche gefährlich nahe an Deutschland herangerückt ist. Aufgrund der zu befürchtenden immensen wirtschaftlichen Folgen für die Landwirtschaft und die fleischverarbeitenden Unternehmen im Falle eines Ausbruchs der Afrikanischen Schweinepest bei Haus- und Wildscheinen in Deutschland sind alle wirksamen präventiven Maßnahmen zu ergreifen. Ein frühzeitiges Signal des Kreistags in Richtung einer Verlängerung des Verzichts auf die Gebührenerhebung wäre deshalb wünschenswert, auch um den Beitrag der Jägerschaft bei der Prävention dieser Tierseuche durch die intensivere Bejagung des Schwarzwildes zu honorieren. Sollte es trotz der intensiven Bemühungen zur Abwehr der Afrikanischen Schweinepest zu einem Ausbruch in Deutschland kommen, muss sich der Kreistag des Landkreises Gießen gegebenenfalls kurzfristig mit weitergehenden Maßnahmen befassen.“

Vorheriger Beitrag Nächster Beitrag