Mit dem Zitat von Einstein: „Mehr als die Vergangenheit interessiert mich die Zukunft, denn in ihr gedenke ich zu leben“, begrüßte Josefine Lischka die Mitglieder des CDU-Stadtverbandes, zahlreiche Gäste, unter anderem den neuen Bürgermeister Julien Neubert und den Polizeipräsidenten Bernd Paul als Gastredner.
Silas Lehrmund, Organist der Evangelischen Kirche Annerod und Sänger des Jugendchors „Soundscapes“ sorgte für hochwertige musikalische Unterhaltung am Keyboard und spielte unter anderem das „Toccata in d-Moll“ von Johann Sebastian Bach.
Lischka verwies auf das vergangene, turbulente und ereignisreiche Jahr. Besonders die letzten 6 Monate wären nicht nur für politisch interessierte Bürger eine aufwühlende Zeit gewesen. Auch die Aktiven in der Licher Stadtpolitik seien bis an die Grenze der Belastbarkeit gegangen. „Es könne in einer Stadt wie Lich nur ein starkes WIR geben, wenn WIR gemeinsam unsere Stadt zu einem lebens- und liebenswerten Ort für uns und unsere Kinder entwickeln wollen“, führte Lischka weiter aus. Das wichtigste Gut, außer unserer Gesundheit, ist die Sicherheit in unserem Land, so formulierte die CDU-Vorsitzende ihre Überleitung zum Gastredner Polizeipräsident Bernd Paul, der einen Überblick über die Sicherheitslage in Mittelhessen im Gepäck hatte.
„Man ist einfach nur fassungslos, denken sie unter anderem an den Mord gegen den Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke und an den Anschlag in Halle auf eine Synagoge“, referierte Bernd Paul.
Die Polizei steht vor großen Herausforderungen, sie ist personell gut aufgestellt. Hessen hat insgesamt rund 14000 Polizisten, Mittelhessen bringt es auf 6000. Ruheständler werden 1:1 mit neuem Personal besetzt. 77 Prozent der Bevölkerung fühlt sich in der Öffentlichkeit sicher und fast 90 Prozent der Bürger haben großes Vertrauen zur Polizei. Paul verwies auf Innenminister Peter Beuth, der den „Schutzparagraphen“ geändert hätte. Dieser stellt tätliche Angriffe auf Beamte des Polizeidienstes sowie Helfer von Feuerwehr, Katastrophenschutz und Rettungsdienste unter Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren. Der Hessische Innenminister Peter Beuth hätte ebenso die Sicherheitsinitiative KOMPASS 2017 vorgestellt. Nach der Ausflächung von KOMPASS Mitte 2018 nehmen rund 50 Kommunen an KOMPASS teil. KOMPASS steht für das KoMmunalprogramm Sicherheitssiegel.
„Mit KOMPASS haben wir ein weiteres, neues Kapitel in der Sicherheitsstrategie des Landes Hessen aufgeschlagen“, erklärte Paul weiter. „Wir wollen, dass hessische Städte und Gemeinden Probleme vor Ort selbständiger angehen und individuelle Lösungen entwickeln können. Damit nehmen wir die Kommunen auch in die Pflicht und bieten zugleich gezielt Anreize, mehr Verantwortung für die Sicherheit zu übernehmen.“ Die KOMPASS-Spezialisten der hessischen Polizei stehen dabei eng an der Seite der kommunalen Familie. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Prävention. Neben der Prävention von Straftaten kann die Videoüberwachung von öffentlichen Straßen und Plätzen auch einen erheblichen Beitrag zur polizeilichen Einsatzbewältigung als auch bei der Aufklärung von Terroranschlägen leisten.
Es gäbe viele weitere neue Probleme, wie die sich ausbreitende Cyber-Kriminalität und Dark-Net Aktivitäten, die von der Polizei zu bewältigen seien. Wegen zunehmender tätlicher Angriffe auf Polizisten in Ausübung ihres Dienstes, werden diese mit Bodycams ausgerüstet, ebenso werden sogenannte „Taser“ (Elektroschockpistolen) zu ihrer eigenen Sicherheit eingesetzt. Paul ermutigt jeden seiner Mitarbeiter einen Angriff auf sich anzuzeigen. Zusätzlich würde er auch noch einen Strafantrag gegen den Täter stellen.
Zum Abschluss seines aufschlussreichen und interessanten Vortrages kam der Polizeipräsident nicht umhin, für den Beruf des Polizisten zu werben. Der Polizeiberuf sei nach wie vor sehr attraktiv! Silas Lehrmund beendete den offiziellen Teil des Neujahrsempfangs und spielte das „Rondo“ von Gustav Gunsenheimer.

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